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Neues PKW-Kältemittel am Pranger :

Der Beitrag in der Frontal 21-Sendung am Dienstagabend (28.10.) im ZDF dürfte noch für heftige Diskussionen sorgen. Vorgestellt wurde das neue Kältemittel HFO 1234yf, das in den kommenden Jahren das bisherige R134a besonders in PKW-Klimaanlagen ersetzen soll – und laut Frontal extrem gefährlich ist.


Im Mittelpunkt der Sendung stand ein Test der Deutschen Umwelthilfe, bei dem aus einer PKW-Klimaanlage das bisherige R134a entnommen und durch das neue synthetische Kältemittel HFO 1234yf (Tetrafluorpropen) ersetzt wurde. Dann wurde der Motor auf Betriebstemperatur (knapp 600 °C) gebracht, ein Leck im Kältekreislauf ließ Kältemittel entströmen - und Sekunden später brannte der Motorraum. Laut Tester entstehen durch den Austritt des Kältemittels gefährliche Dämpfe, die in Verbindung mit Wasser zu Flusssäure werden. Man sprach von Lebensgefahr für die PKW-Insassen und die Helfer. Ein achtminütiger Film "Brandgefahr durch chemische Kältemittel" steht auf der Website der Deutschen Umwelthilfe www.duh.de/klimaanlage_film.html zur Verfügung.

Mit diesen Ergebnissen konfrontiert bezeichnete Rene Mueller, Managing Director des HFO 1234vy-Herstellers Honeywell, den Test als unrealistisch und die Resultate als unglaubwürdig. Brennen würde das Öl und nicht das Kältemittel, so Mueller. Auch die Gefahr durch toxische Gase und die mögliche Bildung der gefährlichen Flusssäure wurden von ihm heruntergespielt – obwohl ihm der Reporter seine eigenen Datenblätter vorhielt, in denen diese Gefährdungen aufgeführt sind.

Natürlich wurde auch eine Alternative aufgezeigt, nämlich CO2 als Kältemittel in Fahrzeugen. Dabei wurden im Beitrag die hervorragenden Umwelteigenschaften und thermodynamischen Eigenschaften von CO2 als Kältemittel hervorgehoben. Verschwiegen wurden die Nachteile von CO2: Extrem hohe Betriebsdrücke, eine Personengefährdung beim Ausströmen des nicht wahrnehmbaren CO2 in den PKW-Innenraum etc., eine neue Technik, die PKWs verteuert (und die Amerikaner sind strikt gegen CO2!).

Und zum Schluss des Beitrags durften zwei Seitenhiebe nicht fehlen:

Erstens gegen die PKW-Industrie, die "sich nicht entscheiden kann" (für CO2), obwohl die Uhr zum Auslaufen der Verwendung von R134a in PKW-Klimaanlagen ab 2011 immer schneller tickt. Und zweitens gegen die Kältemittelhersteller Honeywell und DuPont, die befürchten, dass ihnen durch die mögliche Nicht-Einführung des neuen Kältemittels HFO 1234yf zugunsten von CO2 ein Milliarden-Geschäft verloren gehen könnte.

Nach diesem Beitrag darf man auf die Diskussionen auf der DKV-Tagung am 21. November in Ulm gespannt sein: Denn da geht es in der Arbeitsabteilung III den ganzen Tag nur um PKW-Klimaanlagen!



ZDF Frontal 21: Manuskript
Beitrag: Gefahr im Auto – Streit um neues Kühlmittel
Sendung vom 28. Oktober 2008
Von Andreas Halbach und Christian Rohde


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Zum Hintergrund:

Das neue Kältemittel HFO-1234yf entwickelte der Kältemittelhersteller DuPont gemeinsam mit dem Partner Honeywell. Es hat einen GWP-Wert von lediglich 4 bis 6 (GWP = Global Warming Potenzial, CO2 = 1) und soll besonders als Ersatzstoff für R134a in PKW-Klimaanlagen eingesetzt werden. Erste Tests mit PKW-Herstellern ergaben, dass das Kältemittel kompatibel zum bisherigen R134a ist: Somit kann die neue Substanz als Drop-In-Kältemittel ohne Veränderungen an der Klimaanlage auch in bestehende R134a-Kältekreisläufe eingesetzt werden. Nach den erfolgreichen Tests sollen nun Anlagen zur großtechnischen Herstellung von HFO-1234yf errichtet werden.

Gemäß einer EU-Verordnung dürfen ab 2011 in neuen PKW-Klimaanlagen nur noch Kältemittel eingesetzt werden, die einen GWP-Wert von weniger als 150 haben. Das seit einigen Jahren weltweit für PKW-Klimaanlagen fast ausschließlich verwendete Kältemittel R134a hat einen GWP-Wert von 1.300 (GWP = Global Warming Potential, Beitrag zum Treibhauseffekt). CO2 hat definitionsgemäß einen GWP-Wert von 1.
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